10. Januar 2019

Mehr Lyrik (01)

(Hier hatte ich erst den Text des Gedichtes stehen. Aber Astrid hat mich in ihrem Kommentar darauf aufmerksam gemacht, dass auch Gedichte, die im Internet freiverfügbar sind, trotzdem dem Urheberrecht unterstehen. Das hatte ich vorher gar nicht bedacht. Danke Dir Astrid für Dein sehr aufmerksames Lesen und hilfreiches Kommentieren. Und auch wenn ich es nun schade finde hier nun nicht die Kombination aus Text und Bild zeigen zu können, finde ich das Urheberrecht generell doch schützenswert.)

שלום, سلام، und macht's gut, Maren

9. Januar 2019

Alle Vögel sind schon da...



Angefangen hat es mit dem Mustermittwochsthema des Dezembers, das wegen außerbloggerischer Aktivitäten der Müllerin einfach in den Januar verlängert wurde: Musik. Ein Thema, welches in der Vermusterung einen sperrigen Gegenstand darstellte. Nun habe ich ihn, den Gegenstand, während der Ferientage in alle Richtungen ausgeweitet und gedehnt, bis ich über den Weg Musik - Gesang - Vogelgesang bei Vögeln gelandet war, die sich, da erprobt, einfacher vermustern lassen.



Ein paar Skizzen am Küchentisch... schön aber kein Muster... dann fielen mir meine Kreisvögeln aus den Anfängen meiner Skizzenbücher ein (wer gucken mag, findet sie hier).



Erst ein paar Versuche mit den Farben, die gerade auf meinem Schreibtisch rumstanden.



Und dann las ich in einer namhaften deutsche Wochenzeitung einen Bericht über die Vogelzählungen des NABU mit der Überschrift (so in etwa) “in drei Stunden keine Amsel”. So wurde aus dem Vogel eine Amsel.



Die Farben können sich nicht ganz zwischen Winter und Frühling entscheiden, auch wenn das Weiss inhaltsschwer “Schneeweiss” heisst, das Grün ist glaube ich noch ein Rest vom sanftem Morgentau der Frühlingspost 2018. Auch das Zitat aus dem bekannten Volkslied deutet schon in Richtung Frühling, obwohl davon noch nicht mal ein Hauch zu spüren sein dürfte.

Trotz dieser Unstimmigkeiten verlinke ich meinen Beitrag mit Michaels Mustermittwoch (die Linkliste sammelt nun Renovierungsmuster danke der wunderschönen Pinselidee von Maike. Ich reihe mich trotzdem ein, vielleicht motivieren meine Amseln ja mit fröhlichem Gezwitscher zur Renovierungsarbeit) und auch noch mit Susannes Papierliebe (eigentlich am Montag, aber wir haben noch Schulferien, da darf man mir die Verzögerung verzeihen) die Gefiedertes im Januar sammelt.

שלום, سلام، und macht's gut, Maren

7. Januar 2019

Adventspost 2018 - aber mal ehrlich


Meine Karte (ich habe leider vergessen ein Photo von all meinen Karten zu machen)


Meine Adventspost 2018 war eine etwas holprige Postkunstaktion und ich war mir nicht immer sicher, ob sie mir so gefallen hat, oder gefällt, denn noch ist sie für mich nicht ganz zu Ende.

Erste Versuche am Küchentisch

Aber der Reihe nach. Die Anmeldung war diesmal schnell und leicht entschieden. Das Thema Markmaking, das Format Postkarte und auch das Zeitfenster, all das gefiel mir. Und genauso schnell habe ich begonnen Techniken auszuprobieren: rollen, kratzen, drucken, stempeln oder punkten; Blauschwarz, Rotschwarz, kaltes Weiss, Eierschalfarben. Mal alleine, mal mit den Kindern.

Punkten und Kreisen


Und irgendwann kamen die Listen und gleichzeitig auch eine genaue Idee für die Postkarte. Die Friedenstauben-Vorlage, die mir Ghislana zugeschickt hatte (nach einer Idee von Lisa) sowie die Taube, die von Sigrid entsandt, bei mir am Fester hängt, inspirierten mich zu dem weihnachtlichen Motiv "...Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen..." Taube mit dem Olivenbaumzweig. Obwohl es nicht so durchdacht war, im Nachhinein betrachtet, solche Post aus dem Ursprungsland der Weihnachtsgeschichte, tiefsinniger konnte meine Post wohl nicht werden.

Kratzen


Ich war damit so rechtzeitig fertig, dass berechtigte Hoffnung bestand, dass meine Postkarten pünktlich, vielleicht nicht genau am Stichtag, aber doch zeitnah, eintreffen konnten. Und auch so zeitig, dass mein kreativer Prozess ziemlich unbeeinflusst blieb durch das Auftauchen anderer Werke auf Instagram.
Und damit sind wir bei den Rädchen im Prozess, die klemmten, ruckelten und mich aus dem Tritt brachten.

Drucke 

Die Post ist ja nun immer eine reiche Quelle der Unzufriedenheit, egal ob die private deutsche oder die staatliche israelische, vielleicht besonders in der Advents- und Weihnachtszeit. Ich bin seit 10 Jahren daran gewöhnt, dass meine Post Monate braucht, Umwege durch ganz Israel nimmt, gestempelte Warnungen wegen verdächtiger Inhalte trägt oder lädiert ist, manchmal, manchmal aber auch nicht. Meistens stört es mich nicht, ich freue mich, wenn sie dann eintrifft (so wie heute die selbstgebackenen Weihnachtsprinten, die ja auch Anfang Januar noch schmecken). Aber, wenn ich gleichzeitig über Instagram all die schönen Karten sehe, die Adventskalendergleich Tag für Tag in andere Briefkästen flattern... ein kleiner Wermutstropfen fiel in meine Postkunstfreude.

Seitenweise Ergebnisse


Ab dem Stichtag meiner eigenen Karte wurde aus dem Tropfen dann ein trüber Teich, weil seltsamerweise drei Karten (eine in der Schweiz, eine in Österreich und eine in Deutschland) pünktlich, die anderen aber gar nicht ankommen wollten. Auch die lieb gemeinten Beteuerungen, dass es verständlich und gar nicht schlimm wäre wenn meine Karte verspätet oder gar gar nicht ankäme (wirklich lieben Dank dafür) ließen den Teich nicht kleiner werden... "Der Vergleich ist der Dieb der Freude." E. Roosevelt wie wahr.

Schriftproben


Nun, wo meine Karten ihr Empfängerinnen erreicht haben und ich immerhin 16 Karten mein eigenen nennen kann, bin ich geneigt zu sagen, alles halb so schlimm, warum nörgeln, das Ergebnis zählt. Aber dies Adventspost 2018 hat mir doch deutlich gezeigt, dass Instagram, neben all der Freude und Inspiration auch Unzufriedenheit erzeugen kann. Ich weiss, diese Kritik an "Social Media" ist nichts neues, aber für mich persönlich doch eine neue Erfahrung.

Kleben (ordentlich viel Kleber, damits den Flug übersteht)

Ich weiss nicht, ob dieser Erkenntnis nun auch ein Lernen folgt, mag ich doch Instagram viel zu gerne um mich dem ganz zu entziehen, aber ich versuche, nein ich freue mich nun ganz gelassen und "guter Hoffnung" auf die noch ausstehenden Karten.

Da hängen die ersten.

Ausserdem muss ich meine Postsituation eigentlich mit einem Schmunzeln betrachten, ist sie doch derart anachronistisch, dass es schon wieder was komisches hat. Wir haben ja keinen Briefkasten, also kein Haus in Rahat hat einen Briefkasten und auch keine Strasse in Rahat hat einen Postkasten, also in ganz Israel gibt es keine Postkästen (ausser an Postfilialen oder Postfachstationen). Mein Post erhalte ich in ein Postfach, das aber nicht nur meine Post, sondern die Post der gesamten Familie erhält. Und gesamte Familie meint die beiden Grosseltern, 6 Elternpaar und gut zwei dutzende Kinder. Da kann ich wohl von Glück reden, dass abgesehen von meiner, das Postfach eigentlich nur Werbung, Rechnungen oder amtliche Mitteilungen enthält. Aber dieser Umstand führt, neben der Entfernung, dazu, dass das Postfach meist nur einmal die Woche geleert wird.
Verzögert sich der Empfang der Post also regelmässig, geht das Entsenden um so schneller. Da, Ausnahmen bestätigen die Regel, nur die Ausländerinnen in Rahat private Post verschicken, kann es passieren, dass extra der Filialleiter gerufen wird, um die bunten Briefe entgegenzunehmen und korrekt zu frankieren.

Auch die Natur übt sich in Schwarz-Weiss.


Dieser Text ist nun etwas länger als üblich geworden, aber vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen, was "Post" für mich hier so bedeutet. Ich hoffe für Euch überwiegt auch die Freude bei diesem Thema. Ich danke Michaela und Tabea für die Organisation und und allen anderen (besonders der Gruppe 1) für die Ausführung der Adventspostaktion 2018 und wünsche Euch wieder

שלום, سلام، und macht’s gut, Maren

31. Dezember 2018

Letzter 12tel-Blick 2018

Während sich Deutschland auf Silvester vorbereitet oder über Neujahr nachdenkt, haben wir in Israel zwei ganz normale Werktage vor uns. Ich muss heute noch zu meinem Hausarzt, meine Jüngste hat morgen einen Zahnarzttermin... allein die Tatsachen, dass Schulferien sind und das deutsche Kinderfernsehn einige schöne Filme bietet, bringt unseren gewohnten Rhythmus aus dem Tritt.

So muss ich nicht zurückblicken und mir keine Vorsätze machen. Ich darf “Diner for One” gucken und dann meine Kinder wie gewohnt in’s Bett schicken. Vielleicht freue ich mich, dass nach vier Regentagen wieder die Sonne scheint und sie aber für nächste Woche schon wieder Regen angekündigt haben.

Einzig der letzte 12tel-Blick des Jahres zeigt mir, dass etwas zu Ende geht. Zwölfmal habe ich mich dieses Jahr an den Rahmen unseres Fenster im Treppenflur gelehnt und über den Garten hinweg die Nachbarschaft gen Süden fotografiert. 
Mein letzter Blick: Wolkenverhangen. Die 40 kalten Tage haben begonnen und bisher erquicken sie die Erde mit ausgiebigem Regen. Meine Rosen freuen sich und blühen, sobald die Sonnen herauskommt, um die Wette. Die Katzen dagegen versuchen bei jeder Gelegenheit in’s Haus zu laufen. Und wir denken, wie jedes Jahr um diese Jahreszeit, über einen Holzofen für’s Wohnzimmer nach. (Der Gedanke an die mickrigen Waldbestände in unserem Land und die zusätzlich Arbeit, die wahrscheinlich an mir hängen bleiben würde, hält mich aber noch davon ab.) Lange Rede, kurzer Sinn...



28. Dezember 15:20 Uhr ein Grau in Grau.

Nun heisst es sich einen neuen Standpunkt und damit einen neuen Blick zu suchen. Bleibe ich in der Nähe oder wage ich einen entfernteren und dafür landschaftlich schöneren Ort? Noch habe ich mich nicht entschieden. Aber das neue Jahr hat ja auch noch nicht begonnen.
Mehr 12tel-Blicke sammelt dankenswerterweise Eva.

Ich wünsche Euch einen guten Rutsch, ein frohes und friedvolles Jahr 2019, und ansonsten
שלום, سلام، und macht’s gut, Maren


12. Dezember 2018

Musikalischer Mustermittwoch



Meine Adventspost ist auf dem Weg über’s Mittelmeer, also die Post für die PostKunstWerk-Adventspost. Die private Adventspost musste noch etwas warten und wird wahrscheinlich eine Neujahrspost, denn neben dem Mark-Making habe ich nicht all zu viel geschafft.
25 Postkarten sind keine Kleinigkeit und so fanden die letzten Mustermittwoche auch ohne mich statt.

Hatte ich auch schon auf Instagram gezeigt.


Aber nun habe ich mich so rein gefunden in das “Marken", dass ich regelmässig an meinem Schreibtisch sitze und “Mache”.





Neben ein paar Postkarten sind so auch ein paar Idee zum Mustermittwochsthema “Musik” auf’s Papier gewandert.



Ein Weihnachtsklassiker, der nicht gerade zu meinen Lieblingsliedern zählt, den ich aber deswegen schätze, dass er in so vielen Sprachen gesungen werden kann. Dafür habe ich den Arche-Kinderkalender 2017 zerschnitten, Upcycling also. Als Geschenkpapier durchaus brauchbar.



Und dann auch noch eine kleine Idee entstanden, während ich mit meinen Kindern Fernsehen musste.    Anscheinend war ich dabei doch etwas unkonzentriert, jedenfalls ist mir erst jetzt aufgefallen, dass das ich die Adressenliste für die Adventspost zerschnitten habe. Da man die Adressen auch noch ziemlich deutlich sehen konnte, musste ich noch mal schnell mit dem Bildbearbeitungsprogramm weißen. Mal gucken, ob das noch ein Muster wird oder ob mir noch was ganz anderes einfällt. Andere Muster gibt es bei Michaela aka MüllerinArt.

Bis dahin wünsche ich Euch noch eine schöne Zeit.
שלום, سلام، und macht’s gut, Maren

4. Dezember 2018

#darumfrieden

In meiner Schreibtischschublade liegt ein Brief meiner Großtante. Es ist einer der letzten, die ich von ihr erhalten habe. Ihre zittrige Handschrift erzählt mir von den Gebrechlichkeiten des hohen Alters, der Umstellung nicht mehr alleine in der eigenen Wohnung leben zu können, den Widrigkeiten der Hilfsbedürftigkeit... und dann plötzlich dieser Satz: “Gottlob, kein Krieg.”

Dieser Brief liegt seit beinah 15 Jahren in meiner Schreibtisch und trotzdem weiß ich noch, wie ich damals gelächelt habe: die Kriegsgeneration. Immer diese Alten.
So völlig abwegig erschien mir der Gedanke an Krieg, damals.

Nun, die Zeiten haben sich geändert. Vor vier Jahren kam er mir erstmals wieder in den Sinn, der Brief und der Satz. Ich saß an meiner Weihnachtspost für die Familie in Deutschland; “Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen”. Das wollte nicht ganz zu meinem Jahr 2014 passen: im Sommer hatten wir unseren zweiten Gazakrieg erlebt und Sirenenton der Raketenalarme war uns noch im Ohr, im Nachbarland Syrien begannen sich die USA offen in den Bürgerkrieg einzumischen und Russland hatte im März die Krim annektiert.
Nicht, dass es vorher keine Kriege gegeben hätte, aber noch nie waren sie mir so nah oder so in mein Blickfeld gekommen.

Seit diesem Jahr drängt sich mir der Satz immer wieder auf “Gottlob, kein Krieg.”. So einfach, so wahr... für viele leider nur ein Wunsch, ein Verheißung. Heute wie vor zweitausend Jahren.

Und ein Grund für mich mit diesem Post die Blogparade #darumfrieden des Weltfriedensdienstes zu unterstützen (entdeckt bei der wundervollen Astrid @LemondedeKitchi).

שלום, سلام، und einen friedvollen Dezember, Maren

30. November 2018

Letzter Tag im November - 12telBlick

Schon wieder bin ich spät dran mit meinem 12tel-Blick. Dreißig Tage hatte ich Zeit ihn einzufangen, aber ich konnte mich nicht entscheiden. Sollte ich den Blick am ersten wirklichen Regentag der Saison aufnehmen oder lieber an einem der vielen Sonnentage. Oder hatte ich schon Nebel, wolkenverhangen... Dann blieb mir nichts mehr anderes übrig, sollte es noch ein echter Novemberblick werden.


30. November 2018 um 18:31 Uhr. Der Tag war sonnig, aber abends kühlte es ab und es wurde sehr diesig. Keine Sterne am Himmel, aber auch keine Wolken. Ich weiss nicht, ob ich die Perspektive so hundertprozentig getroffen habe, denn dunkel war es und in meinem Rücken tobt ein Geschwisterkrieg der feinsten Sorte. Da war es mit der Konzentration so eine Sache, aber...

... das ist er geworden, mein Novemberblick. Nun freue ich mich auf den Dezember und auf die anderen 12tel-Blicke, die sich wieder bei Eva finden.

שלום, سلام، und macht's gut, Maren