27. November 2017

Verstreute Blüten




Verstreute Blüten
Jagt vor sich her und holt ein
Der jähe Sturmwind

("Haiku" von Fujiwara no Sadaie)

Das Bild das vor meinem Auge entstand, war ein düsteres, dunkle. Jagen, jähe, Sturm. Da mochten auch die Blüten nichts liebliches auslösen.


Umsetzen wollte ich es, wie schon das vorherige Gedicht, mit Stoff. Aber für die zarten Blüten wollte sich nichts in meinem Vorrat finden lassen. Da hab ich das Gedicht erstmal liegen gelassen. Bis mir die grauen Mark-Making-Blätter vom Mustermittwoch eine neue Idee brachten. Mit bedrucktem Papier, Seidenpapierschnipsel und dem genähten Sturmwind.

Alles gleich im Format einer Postkarte zugeschnitten. So kann ich noch jemanden mit meinem Eye-Poetry Beitrag #10 für Andrea aka Frau Holunder erfreuen.

22:30 Uhr. Draussen gewittert es. Allerdings in genügendem Abstand, so dass ich es unbesorgt vom Fenster aus geniessen kann. Trotzdem habe ich das Gefühl Gedicht und Realität passen eins zu eins zusammen.

Ich wünsche Euch einen schönen Wochenstart.
שלום, سلام، und macht's gut, Maren

22. November 2017

Mark-Making in Grau

November: Regen, Nebel, trübes Licht. Selbst Rahat ist wolkenverhangen und regnerisch. Das passt das Mustermittwoch-Thema von Frau Müllerin : Mark-Making in Grau. Und es passt auch zu meinem vollen Terminkalender: beim Mark-Making kann man schnell wischen, tupfen oder drucken, kein sauberes Stempeln, kein genaues Drucken wie beim Rapport nötig.

Also habe ich mir letzte Woche schnell graue Acrylfarbe angerührt und dann einmal eine Plastikwalze damit beschmiert und zweitens eine Paketschnur in die Farbe getaucht und die Schnur dann auf Papier geworfen. Das ging ruck-zuck und gefällt mir sehr gut zum Weiterverarbeiten.

Grau-Schwarz-weiß mit einem Tupfer von Rot, das scheinen sowieso meine Farben zu sein.
In diesem Farbspektrum bewegen sich so auch die beiden Bücher, deren Deckblätter ich mit diesen Drucken gefertigt habe. 

Erst ein Notizbuch mit einfacher Fadenbindung aus winterlichen Drucken der letzten Jahre.

Dann ein Leporello mit Insektendrucken.

Das Notizbuch habe ich auch gleich zum Notieren meiner nächsten Projekte genutzt. Ich habe gerade so viele Ideen (und dabei so wenig Zeit), dass ich Angst habe mich zu verzetteln, und vor lauter Ideen nichts hinzubekommen.
Geht es Euch auch so, dass ihr manchmal vor lauter Ideen nicht wisst, wo ihr anfangen sollt?

Ich wünsche Euch eine kreative Woche,
שלום, سلام، und macht's gut, Maren

20. November 2017

Feuer und ich



Feuer? Feuer! das Thema der Link-Party bei Astrid und ihrem Blog "Le Monde de Kitchi"… Feuer und ich. Das ist eine wirklich nicht sehr aufregende Beziehung. Ich erzähle trotzdem ein bisschen…

Die Holzfeuer gehörten zum Unterhaltungsprogramm meiner Kindheit, größere bei dörflichen Festen, bei Kindergarten- oder Schuljahresabschlußfeiern, kleinere nach dem Baumschnitt im Frühjahr oder nach der Kartoffelernte in nachbarschaftlicher Runde im Garten. Die merkwürdige Wärme im Gesicht, das Knistern und Knacken, das Sprühen der Funken, etwas unheimlich, aber vor allem schön, heimelig, auch weil ich, mit kindlichem Vertrauen in die Erwachsenen, nichts tun und nichts zu befürchten hatte.

Faszinierender und auch bedrohlicher schien da schon die seltsam blaue Gasflamme des Boiler im Badezimmer meiner Großmutter, dieses unstete Licht und die furchtbaren Geräusche. Ich befürchtet immer, dass uns das Teil eines Tages um die Ohren fliegen würde. Auch heute noch habe ich Respekt vor dem Zusammentreffen von Gas und Feuer. (Leider haben meine Schwägerinnen noch mehr Angst, so dass ich es immer bin, die den Gaskocher in Gang setzen muss. Die Welt gehört den Mutigen.)
Kerzen dagegen zünde ich mit Leichtigkeit an. Der Geburtstagskranz, der Weihnachtsbaum, meine Eltern sind Liebhaber echter Bienenwachskerzen und sobald ich alt genug war, oblag mir das Anzünden. Vorsicht war geboten, ermahnend von meinen Eltern und alleine weil selbst Streichholzfeuer an Fingerspitzen empfindlich schmerzt. Aber Angst kam keine auf. Auch der Tannenbaum der im Heilig-Abend-Gottesdienst plötzlich Feuer fing wurde eher als dankbare Unterbrechung der langweiligen Predigt, denn als Gefahr empfunden (und vom Küster auch beherzt und schnell mit einem bereitstehenden Wassereimer gelöscht).

Und die Faszination “der gar traurigen Geschichten mit dem Feuerzeug” aus dem großen Wilhelm-Busch-Buch meiner Eltern ging eher von der eigentümlichen Sprach, denn von ihrem pädagogisch belehrenden Inhalt aus.
Meine Kinder kennen diese Geschichte nicht, aber dafür lieben sie die Erzählung “wie mein Bruder die Wiese hinterm Haus in Brand gesteckt hat”. Eine wahre Geschichte über das verhängnisvolle Zusammenspiel von heimlich eingesteckten Streichhölzern und unverhofftem Wind, die in diesem Fall aber glimpflich ausgegangen ist (wieder wegen eines beherztem Eingreifen, diesmal der Nachbarn mit Swimmingpool). Also im Ganzen lässt sich sagen, es gab Feuer, aber eher aus dekorativen Zwecken. Weder Grillfeuer noch Kerzenlicht waren wirklich notwendig. Im Alltag spielte Feuer keine Rolle, da gab es Glühbirnen, Herdplatten und Heizkörper.

Einen ganz anderen Umgang mit Feuer habe ich dann erst bei meinen ersten Besuchen in Israel kennengelernt. Hier wurde noch täglich auf offenem Feuer Brot gebacken und bei grossen Einladungen und Festen auch gekocht (wenn wir wieder nach Hause flogen roch der ganze Koffer plus Wäsche nach Rauch). Mein Schwiegervater röstete seinen Kaffee selbst über dem Holzfeuer und bis heute wird bei Hochzeiten immer Feuer im Zelt gemacht, damit die Männer ihren Kaffee dort kochen können.

Ansonsten hat sich aber viel geändert. Der Gasofen hat das Holzfeuer weitgehend verdrängt und die Fähigkeit immer und überall ein Feuer machen zu können, geht verloren, wie so viele andere Traditionen auch. Kerzen werden hier auch nur noch angezündet, wenn, wegen der Überlastung, der Strom ausfällt. Das passiert hier allerdings, Sommers wie Winters, des öfteren.
So ist meine Beziehung zum Feuer vielleicht keine langweilige, aber eine “moderne”, abgeklärte Beziehung (und ehrlich gesagt, ich mag es viel lieber, wenn meine Wäsche nach Waschmittel und Wind riecht und Stockbrot wird wirklich überbewertet).

Für morgen früh sind furchtbar kalte 13 Grad und Regen angekündigt. Ich habe den Kindern die Federbettdecken bezogen und vielleicht sollte ich morgen früh die Teelichter rauskramen und mein Stövchen bereitstellen. So ein bisschen Kerzenlicht kann auch sehr wärmend sein.

Ich wünsche Euch ein schöne warme Woche,
שלום, سلام، und macht's gut, Maren

6. November 2017

Regen Regentröpfchen

Auf der Suche nach Motiven für meine Winterpost am Jahresende. Der gestempelte  Dreiecktannenbaum vom letzten Mustermittwoch wäre so eine Idee.

Oder aber der Regenschirmstempel (Winterzeit ist hier Regenzeit und der Stempel passt gleichzeitig zu dem Papierliebe am Montag-Thema von Frau Nahtlust). Erst habe ich es mit einer Schrift versucht.

Dann ganz schlicht. Das gefiel mir auch gut. Nur der gestempelte Regen (lauter kleine Moosgummiregentröpfchen auf eine Holzrolle geklebt) war mir zu verwischt.

Vielleicht mit gemaltem Bindfadenregen?

Oder jetzt wo ich schreibe fällt mit ein: vielleicht eine Palme im Regen. Noch bin ich auf der Suche.

Pflegt ihr auch die Tradition der Weihnachts-Winterpost?

Ich wünsche Euch eine schöne Woche,
שלום, سلام، und macht's gut, Maren