31. Dezember 2017

Kalender 2018


Ich machen mir die Welt wie sie mir gefällt!
Geht ja, Gott sei Dank, nicht immer, aber hier habe ich es mal geschafft. Einen Kalender wollte ich haben. So einen ganz einfachen, mit sparsamen Design. Einen, bei dem die Woche am Sonntag anfängt und das Wochenende Freitag und Samstag anzeigt. Denn so haben wir das hier in Rahat und ich bin froh, dass ich nun nach mehr als acht Jahren im Land endlich nicht mehr den Montag für den ersten Werktag halte. Darüber hinaus muss die Woche rechts anfangen und nach links fortschreiten. Diese Blickrichtung ist mir durch die hebräischen und arabischen Medien inzwischen zur Gewohnheit geworden.
Es ist also ein sehr spezieller Kalender geworden. Aber vielleicht hat ja doch jemand Verwendung dafür oder mag ihn einfach mal anschauen. Deshalb teile ich ihn hier mit Euch, punktgenau zum Jahreswechsel.

Kalender 2018 (Klick hier)

Und damit wünsche ich Euch einen guten Rutsch in's Jahr 2018.
שלום, سلام، und macht's gut, Maren

30. Dezember 2017

Begegnung


Begegnung 

Es gab sich
dass im
Morgengrauen
die Nacht
dem Tag
der Tag
der Nacht
sich flüchtig
in die
Augen schauen.

Quelle: Arche Kinderkalender (Autor leider unbekannt)

Frau Holunder hatte uns die Qual der Wahl gelassen. Entweder ihr ausgewähltes oder ein eigenes Gedicht für den Eye-Poetry #11-Beitrag. Diese Gedicht schlummerte schon so lange in meiner Schreibtischschublade. Und musste einfach hinaus. 
Die Umsetzung wurde von vielen Aktionen inspiriert: Mustermittwochs "Mark-Making in Grau" für den Hintergrund: Acrylfarbe mit der Walze aufgetragen, Hauptfarbe Grau mit ein kleinwenig Senfgelb und Dunkelrot. Advents-Post-Aktions-"Streifen" mit weißen und gelben Wachsmalstiften (daneben auch das Format und die Serienproduktion übernommen). Papierliebe-"Gold"- und Silberfolie aufgeklebt. Wie gut, dass es gerade diese goldenen Schokokugeln im Angebot gab. (Ich dachte wirklich, ich hätte zwischendurch Photos gemacht. Habe ich aber nicht.)


Hier habe ich mich von dem "Morgengrauen" wortwörtlich inspirieren lassen. Nicht von den natürlichen Farben der "astronomischen" Dämmerung (wusste gar nicht, dass es auch eine "bürgerliche" Dämmerung gibt).

Vielen Dank Andrea für Deine inspirierenden Arbeiten und für diese poetische Aktion. Ich würde mich freuen, wenn es nächstes Jahr weiterginge. Aber noch genieße ich dieses Jahr und die Beiträge die in der Link-Liste auftauchen. Auch Euch vielen Dank für's Teilhabenlassen.
שלום, سلام، und macht's gut, Maren

20. Dezember 2017

und plötzlich Streifen



Freitag nachmittag am Küchentisch: Kartoffeldruck. Ich versuche mich im Farben mischen. Ist ja eine Wissenschaft, aber ich versuche es intuitiv. Kornblumenblau, Maiglöckchengrün... nun ja. 

Aber da, plötzlich stehen da zwei Farben und ich denke: wenn ich bei der Adventspost mit gemacht hätte, das wären meine Farben. Also gleich den Pinsel geholt und "gestreift".

Einfach auf Druckerpapier. Getrocknet erinnert es mich an die Schwedenfahnenfarben (nicht unerwartet als Skandinavienliebhaberin). Streifige Kindheitsurlaubserinnerungen. Und zusammen mit einem Webband eine Postkarte.

Und damit verlinke ich diesen Post mit Michaelas Mustermittwoch und

wünsche Euch schöne letzte Adventstage
שלום, سلام، und macht's gut. Eure Maren

10. Dezember 2017

Weihnachtsbäckerei in Kinderhand

Hebron im Schnee (passiert alle paar Jahre, diese Aufnahme von vor 4 Jahren)
Nachdem ich Astrids Post zur "Weihnachtsbäckerei" und ihre Bitte um Plätzchenrezepte und -geschichten gelesen habe, stellte ich mit Erstaunen fest, daß mein Fundus an Plätzchenrezepten ziemlich spärlich ist. Und das, obwohl ich schon seit meiner Kindheit furchtbar gerne backe und mit meinem Vater und (Schicksal?) meinem Ehemann zwei Fachmänner des Backwesens in der Familie habe.
Also kann ich Euch nur vier Rezepte und Geschichten schenken, diese aber sind mit vielen, lieben Wünschen für eine leckere Winterzeit versehen.

Rezept 1: Die "Wichtelmänner", die ihren Namen eher abstrakt umsetzen, habe ich schon mit meiner Mutter als Kind gebacken; 

mit meiner Mutter, denn meinem Vater, als gelernten Bäcker und Konditor, lassen von Kinderhänden unregelmäßig geformte und auf Backblech gemanschte Teigkugeln Schauer über den Rücken laufen. 


Uns Kindern machte dieses Gemansche, erst den Teig, dann Ei und zum Schluss Mandelsplittern sehr viel Spass; auch wenn der Teig auch roh sehr gut schmeckte. Warum dieses Rezept nicht mehr bei mir zu finden war, keine Ahnung. Ich meine, daß ich es auch mit meiner ersten Tochter gebacken habe. Den Umzug nach Israel scheint es nicht mitgemacht zu haben.
Nun hat mich dieser Post daran erinnert und ich habe gleich meine Mutter angerufen. Sie hatte es noch und so haben wir es nachgebacken.

Rezept 2: Der Umzug in eine neue Heimat bringt auch neue Rezepte mit sich. Diese zu übernehmen ist schön, es verbindet einen mit seinen neuen Nachbarn und es ist einfach, weil garantiert alle Zutaten im Laden zu finden sind.

Das beduinische Universal-Rezept und auch das einzige, welches hier gebacken wird, ist "Maamoul". Ein Teig mit Grieß und eine Füllung aus Datteln und Nüssen. Ich habe es zwei- oder dreimal mit meinen Kindern gebacken... aber a) ich mag diesen Grießteig nicht wirklich gerne b) es gibt um mich herum eine Menge Leute die das lieber machen (ist nämlich mit einigem an Arbeit verbunden, vor allem wenn man, wie hier, immer gleich 2 oder 3 Kilo backt) und besser können als ich. 

So fristet die Backform ein Stiefdasein in meiner Küche und wir holen uns leckeres Maamoul einfach aus der Bäckerei meines Mannes. Wer es mag, hier ist ein Link zu einem Rezept, das dem mir bekannten ähnlich ist.

Rezept 3: Der Umzug in eine neue Heimat kann einem auch Rezepten aus der alten Heimat wieder näher bringen.

Im ersten Jahr meines Israelaufenthalts fand ich, noch in der schlimmsten Heimwehphase, ein Rezept für "Pfefferkuchen"; zwar auf der Homepage des schwedischen Staates, aber wenn man in Asien lebt, dann ist Schweden fast Deutschland, oder? (grins)
Dieses Rezept ist mehrfach, ganzjährig erprobt und als gänzlich kindertauglich befunden worden. Die 800 g Mehl erfordern trainierte Arme beim Kneten des Teigs, aber die Gewürze, der Sirup und der braune Zucker ergeben ein sehr würziges Plätzchen, das zu einer Tasse starken Kaffees am besten schmeckt.

Rezept 4: "Linzerplätzchen", ganz neu. Astrid hatte meinen Ehrgeiz geweckt und im Schrank lagen noch die Ausstechformen, die mein Mann mal von einer Messe in Italien mitgebracht hatte.

Das Rezept ist von Dr. Oetker, eine Reminiszenz an meine Geburtsstadt Bielefeld, und seeeeeeeeehr lecker. Mürbeteig, Orangenmarmelade und Zartbitterschokolade. Mmmmmmmmh! Backt man aber besser ohne Kinder. Der Teig muss kalt bleiben, das bedeutet schnelles arbeiten. Und das Gefriemel mit den Ausstechformen, das Geschmiere mit der Marmelade... ich habe es einmal mit drei Kindern gemacht und... nie wieder.

Gleich werde ich in der gut gefüllten Linkliste bei "Le Monde de Kitchi" stöbern. Vielleicht kommen ja noch mehr neue Rezepte hinzu. Wieder ein dickes Dankeschön an Astrid für diesen Denk- und Backanstoß.

Ich wünsch Euch einen Frohen Advent und
שלום, سلام، und macht's gut, Maren