15. Februar 2018

Eye-Poetry 02/18

Als ich das Lerchenlied las, welches Frau Holunder uns für die Eye-Poetry 02/18 ausgesucht hatte, sprang mich sofort eine Idee an. Gleich hatte ich ein Bild im Kopf: Mark-making-Papiere in grau, schwarzes Tonpapier, ausgeschnittene Silhouetten, mit goldenem Nähmalen eine Figur herausarbeiten.... So vom Stil wie das Dezember-Gedicht.
Lange habe ich diese Idee mit mir herum getragen und dann letzte Woche endlich umgesetzt. Und was passierte? Blöd sah es aus. Richtig kitschig,  platt plakativ... ich habe dann noch ein bisschen mit Wachsmalstiften und Zitaten aus dem Gedicht experimentiert, aber es wurde irgendwie nur noch schlimmer... So schlimm, dass ich das Blatt in den Mülleimer geschmissen habe...



Und dann stand ich da plötzlich, eine Woche vor dem Termin, ohne Werk, ohne Idee und ziemlich frustriert. Ich dachte schon, ich müsste das Lerchenlied überspringen, schamhaft, da ich auch eine derer war, die Frau Holunder gebeten hatten weiterzumachen.



Ich weiss gar nicht mehr, wie und wieso ich auf den Gedanken kam... aber der gerade so beliebte Aquarellfarbkasten und meine Schere, eine kostenlose Freitagszeitung... Und fertig war meine Verbilderung für das Lerchenlied. Nicht tierschürfend, nicht durchdacht... aber fröhlich, gut. Lustig.



Das Lerchenlied

Der Tag bringt seine Sorgen,
mich lässt es unbeschwert,
das macht, ich hab am Morgen
die Lerchen singen gehört.

Nun geh ich durch die Menge,
geh ruhig und mit Lust,
weiß keiner, was für Klänge
ich trag in meiner Brust.

Es klang so süß und labend,
rief Mut und Hoffen wach.
Den Tag lang bis zum Abend
klingt's mir im Herzen nach.

Johannes Trojan

Damit verlinke ich mich bei Andrea und wünsche Euch einen unbeschwerten Tag.
שלום, سلام، und macht's gut, Maren

Ps.: Susanne, aka Frau Nahtlust, erlaubt mir, den Beitrag bei ihrer Papierliebe "Gesichter" zu verlinken. Vielen Dank.

Kommentare:

  1. Oh bitte noch unbedingt bei der Papierliebe im Gesichter-Monat verlinken, liebe Maren. Ich mag nämlich die genießende Frau und die lauschenden Köpfe sehr und finde, das ist dir ganz fein gelungen. Schade, dass das andere Werk nichts geworden ist, aber manchmal muss einfach neu anfangen, um dann so etwas Hübsches zu bekommen wie dein Teil heute. Also in keinster Weise nur "Ersatz", sondern klasse und sehr schön!
    LG. Susanne

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  2. Da kann ich Susanne nur recht geben, manchmal muss eine Inspiration einen Prozess durchlaufen, bis sie richtig reif ist. Deine Umsetzung ist ausgesprochen gelungen und passt so perfekt zum Gedicht! Ja, die Idee ist richtig witzig und fröhlich, aber genauso ist es ja auch im Gedicht gemeint. Richtig toll!
    Wie schön, dass Du nicht locker gelassen hast!!
    Liebe Grüße
    Andrea

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  3. Gedichte werden ja auch geschrieben um die Fantasie anzuregen. Das Werk finde ich gelungen und wenn man liest wie es entstanden ist passt es doch gut.
    L G Pia

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  4. Deine Köpfe sind witzig, richtig gelungen und zum Gedicht passend. Manchmal ändert sich ne Umsetzung auf halbem Wege um 180 ° - und siehe: ist klasse. Lieben Gruß, Eva

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  5. Oh wie gemein. ES ist echt nervig, wenn man sich etwas ganz genau vornimmt und dann klappt es nicht - oder noch schlimmer - es sieht einfach nicht aus. Aber dein ERgebnis ist so schön geworden, und das wäre ohne den Prozess davor gar nicht entstanden.
    Viele Grüße
    Laura

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  6. Es ist wunderbar geworden, und so schön nachempfunden, wenn man durch die Menge in der Stadt geht, ein Lied im Ohr, das niemand anderes hört... Klasse! Ja, der Prozess des Schaffens bringt einen manchmal auch an Grenzen... Wobei ich nie ein Ergebnis wegschmeiße... Zerschnitten und neu zusammengesetzt ist es oft doch noch zu gebrauchen, und manchmal braucht man einen bestimmten Schnipsel, der sich ausgerechnet in so einem Blatt findet... Handgemachtes, Handgemaltes - einen besseren Fundus für eigene Collagen gibt es nicht ;-) Lieben Gruß Ghislana

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  7. Sehr originell, gefällt mir. Oft sind die spontanen Ideen die Besten!
    Liebe Grüße von:
    Beate

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  8. Es ist erstaunlich welche Umwege Projekte manchmal machen müssen um am Ende schön und befriedigend zu sein. Ich mag besonders, dass auf denem Bild nur der obere Teil der Köpfe zu sehen ist.
    LG Jennifer

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