30. Juni 2018

12tel-Blick Juni 2018



Seit 9 Jahren lebe ich nun schon in diesem Land, aber noch keinmal, nicht einmal habe ich Regen im Juni erlebt. Vielleicht mal ein paar verlorene Tropfen. Aber keine solche Regengüsse.
Ein gänzlich untypisches Bild also für den Juni, aber eines, das es verdient hatte aufgenommen zu werden. Und wie Ihr seht, die Dächer trocknen schon wieder in der warmen Sonne.

12tel-Blick Juni 2018; 13.06.18 10:45 Uhr


Ich hatte es geahnt, aber nun wird es offensichtlich: mein 12tel-Blick wird ein Wettersammelsurium, nicht so sehr ein Abbild der Jahreszeiten. Diese zeigen sich in der Stadt nicht so deutlich, wo doch auch die meisten Bäume hier ihre Blätter das ganze Jahr über behalten. Der einzige Baum in unserem Garten der die Blätter abwirft, ist der Feigenbaum.

Es ist, wie es ist.
In diesem Sinne. שלום, سلام، und macht's gut, Maren 

12. Juni 2018

12 von 12 im Juni 2018

12 Bilder vom 12. eines Monats. Der 12. Juni 2018 oder vorvorletzter Tag des Monats Ramadan. 


Er beginnt früh dieser Tag. Um 03:20 weckt mich mein Mann und gemeinsam wecken wir die drei Großen. Eine kleine Mahlzeit bevor die Dämmerung und damit das Fasten beginnt. Die Kinder wollen Erdbeerjoghurt und Nutellabrot, mein Mann schneidet sich Gurken und Schafskäse und ich mache mir ein Schälchen Cornflakes und etwas Dattelgebäck. Dazu soviel Wasser wie es geht. Um zehn vor vier ruft der Muezzin, beten und wieder ins Bett.

Um 6:30 Uhr geht der Wecker. Ich wecke die Kinder im viertel-Stunden-Takt für die Schule. Als letztes bringe ich die Jüngste in den Kindergarten. Davon gibts es kein Photo, keine Zeit.


Für mich heisst es heute: Termin beim Hausarzt. Kein Warten nötig. Das Polikliniksystem hat seine Vorteile.

Auf dem Rückweg gabel ich meine Schwiegermutter und zwei meiner Schwägerinnen auf, auch Arzttermine (aber weder Auto noch Führerschein). Hier muss ich warten. Aber vor der Klinik im Schatten einer Akazie lässt es sich aushalten. Nichts zu tun, nur sitzen und die Gedanken schweifen lassen.


Zu Hause wartet Haushaltskram. Aber erst setzte ich mich an die Nähmaschine. Ein Reissverschluss will schon seit Tagen eingenäht werden. Ich will mich ja nicht ewig drücken. Der Rock soll bis zum Fest fertig werden.


Wäsche aufhängen und dabei den Ausblick über Rahat genießen.


Und gleichzeitig die ersten Blüten meine Balkonpflanze bewundern. Name habe ich vergessen. Aber die Blätter haben so ein schönes, frisches Grün.

Gegen eins kommen alles Kinder wieder nach Hause, denn im Ramadan ist früher Schulschluss.


Die weiteren Bilder werden jetzt ziemlich Essenlastig, so ist das wenn man Hunger hat. Als erstes bereite ich den Nachtisch vor: Frischkäsetorte. Eine Form für uns, die andere für meine Schwiegermutter.


Dann entwendet mein Sohn mein Handy und macht dieses Photo. Ein Tier auf dem Bild lebt?! Das schmeisse ich daraufhin aus dem Bett (beide, Sohn und Tier verziehen sich beleidigt in den Garten).


Da wir abends immer gemeinsam essen: 5 Familien insgesamt, macht 10 Erwachsene und 10 Kinder, verteilten sich die Küchenarbeiten gut. Heute darf ich Pommes frittieren und Salat schneiden.


Um 19:54 Uhr ruft wieder der Muezzin und wir beginnen mit dem Fastenbrechen auf der Terrasse. Zuerst ein Glas Wasser und eine Dattel, danach was das Herz begehrt. Leider kann man gar nicht so viel essen, wie man sich den Tag über vorgenommen hat.


Dann schnell die Spülmaschine einräumen und sich wieder nach draußen setzten und Tee trinken.

Kinder baden und in’s Bett bringen. Geschafft.


Bevor ich mich an den Computer setzte und den Beitrag mit Frau Kännchen verlinke, geht es noch einmal auf’s Dach. Ich habe die Blumen vergessen, die wollen auch Wasser (und mir fehlt noch das 12te Photo).

Gute Nacht! 
שלום, سلام، und macht's gut, Maren