31. Dezember 2018

Letzter 12tel-Blick 2018

Während sich Deutschland auf Silvester vorbereitet oder über Neujahr nachdenkt, haben wir in Israel zwei ganz normale Werktage vor uns. Ich muss heute noch zu meinem Hausarzt, meine Jüngste hat morgen einen Zahnarzttermin... allein die Tatsachen, dass Schulferien sind und das deutsche Kinderfernsehn einige schöne Filme bietet, bringt unseren gewohnten Rhythmus aus dem Tritt.

So muss ich nicht zurückblicken und mir keine Vorsätze machen. Ich darf “Diner for One” gucken und dann meine Kinder wie gewohnt in’s Bett schicken. Vielleicht freue ich mich, dass nach vier Regentagen wieder die Sonne scheint und sie aber für nächste Woche schon wieder Regen angekündigt haben.

Einzig der letzte 12tel-Blick des Jahres zeigt mir, dass etwas zu Ende geht. Zwölfmal habe ich mich dieses Jahr an den Rahmen unseres Fenster im Treppenflur gelehnt und über den Garten hinweg die Nachbarschaft gen Süden fotografiert. 
Mein letzter Blick: Wolkenverhangen. Die 40 kalten Tage haben begonnen und bisher erquicken sie die Erde mit ausgiebigem Regen. Meine Rosen freuen sich und blühen, sobald die Sonnen herauskommt, um die Wette. Die Katzen dagegen versuchen bei jeder Gelegenheit in’s Haus zu laufen. Und wir denken, wie jedes Jahr um diese Jahreszeit, über einen Holzofen für’s Wohnzimmer nach. (Der Gedanke an die mickrigen Waldbestände in unserem Land und die zusätzlich Arbeit, die wahrscheinlich an mir hängen bleiben würde, hält mich aber noch davon ab.) Lange Rede, kurzer Sinn...



28. Dezember 15:20 Uhr ein Grau in Grau.

Nun heisst es sich einen neuen Standpunkt und damit einen neuen Blick zu suchen. Bleibe ich in der Nähe oder wage ich einen entfernteren und dafür landschaftlich schöneren Ort? Noch habe ich mich nicht entschieden. Aber das neue Jahr hat ja auch noch nicht begonnen.
Mehr 12tel-Blicke sammelt dankenswerterweise Eva.

Ich wünsche Euch einen guten Rutsch, ein frohes und friedvolles Jahr 2019, und ansonsten
שלום, سلام، und macht’s gut, Maren


12. Dezember 2018

Musikalischer Mustermittwoch



Meine Adventspost ist auf dem Weg über’s Mittelmeer, also die Post für die PostKunstWerk-Adventspost. Die private Adventspost musste noch etwas warten und wird wahrscheinlich eine Neujahrspost, denn neben dem Mark-Making habe ich nicht all zu viel geschafft.
25 Postkarten sind keine Kleinigkeit und so fanden die letzten Mustermittwoche auch ohne mich statt.

Hatte ich auch schon auf Instagram gezeigt.


Aber nun habe ich mich so rein gefunden in das “Marken", dass ich regelmässig an meinem Schreibtisch sitze und “Mache”.





Neben ein paar Postkarten sind so auch ein paar Idee zum Mustermittwochsthema “Musik” auf’s Papier gewandert.



Ein Weihnachtsklassiker, der nicht gerade zu meinen Lieblingsliedern zählt, den ich aber deswegen schätze, dass er in so vielen Sprachen gesungen werden kann. Dafür habe ich den Arche-Kinderkalender 2017 zerschnitten, Upcycling also. Als Geschenkpapier durchaus brauchbar.



Und dann auch noch eine kleine Idee entstanden, während ich mit meinen Kindern Fernsehen musste.    Anscheinend war ich dabei doch etwas unkonzentriert, jedenfalls ist mir erst jetzt aufgefallen, dass das ich die Adressenliste für die Adventspost zerschnitten habe. Da man die Adressen auch noch ziemlich deutlich sehen konnte, musste ich noch mal schnell mit dem Bildbearbeitungsprogramm weißen. Mal gucken, ob das noch ein Muster wird oder ob mir noch was ganz anderes einfällt. Andere Muster gibt es bei Michaela aka MüllerinArt.

Bis dahin wünsche ich Euch noch eine schöne Zeit.
שלום, سلام، und macht’s gut, Maren

4. Dezember 2018

#darumfrieden

In meiner Schreibtischschublade liegt ein Brief meiner Großtante. Es ist einer der letzten, die ich von ihr erhalten habe. Ihre zittrige Handschrift erzählt mir von den Gebrechlichkeiten des hohen Alters, der Umstellung nicht mehr alleine in der eigenen Wohnung leben zu können, den Widrigkeiten der Hilfsbedürftigkeit... und dann plötzlich dieser Satz: “Gottlob, kein Krieg.”

Dieser Brief liegt seit beinah 15 Jahren in meiner Schreibtisch und trotzdem weiß ich noch, wie ich damals gelächelt habe: die Kriegsgeneration. Immer diese Alten.
So völlig abwegig erschien mir der Gedanke an Krieg, damals.

Nun, die Zeiten haben sich geändert. Vor vier Jahren kam er mir erstmals wieder in den Sinn, der Brief und der Satz. Ich saß an meiner Weihnachtspost für die Familie in Deutschland; “Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen”. Das wollte nicht ganz zu meinem Jahr 2014 passen: im Sommer hatten wir unseren zweiten Gazakrieg erlebt und Sirenenton der Raketenalarme war uns noch im Ohr, im Nachbarland Syrien begannen sich die USA offen in den Bürgerkrieg einzumischen und Russland hatte im März die Krim annektiert.
Nicht, dass es vorher keine Kriege gegeben hätte, aber noch nie waren sie mir so nah oder so in mein Blickfeld gekommen.

Seit diesem Jahr drängt sich mir der Satz immer wieder auf “Gottlob, kein Krieg.”. So einfach, so wahr... für viele leider nur ein Wunsch, ein Verheißung. Heute wie vor zweitausend Jahren.

Und ein Grund für mich mit diesem Post die Blogparade #darumfrieden des Weltfriedensdienstes zu unterstützen (entdeckt bei der wundervollen Astrid @LemondedeKitchi).

שלום, سلام، und einen friedvollen Dezember, Maren