4. Dezember 2018

#darumfrieden

In meiner Schreibtischschublade liegt ein Brief meiner Großtante. Es ist einer der letzten, die ich von ihr erhalten habe. Ihre zittrige Handschrift erzählt mir von den Gebrechlichkeiten des hohen Alters, der Umstellung nicht mehr alleine in der eigenen Wohnung leben zu können, den Widrigkeiten der Hilfsbedürftigkeit... und dann plötzlich dieser Satz: “Gottlob, kein Krieg.”

Dieser Brief liegt seit beinah 15 Jahren in meiner Schreibtisch und trotzdem weiß ich noch, wie ich damals gelächelt habe: die Kriegsgeneration. Immer diese Alten.
So völlig abwegig erschien mir der Gedanke an Krieg, damals.

Nun, die Zeiten haben sich geändert. Vor vier Jahren kam er mir erstmals wieder in den Sinn, der Brief und der Satz. Ich saß an meiner Weihnachtspost für die Familie in Deutschland; “Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen”. Das wollte nicht ganz zu meinem Jahr 2014 passen: im Sommer hatten wir unseren zweiten Gazakrieg erlebt und Sirenenton der Raketenalarme war uns noch im Ohr, im Nachbarland Syrien begannen sich die USA offen in den Bürgerkrieg einzumischen und Russland hatte im März die Krim annektiert.
Nicht, dass es vorher keine Kriege gegeben hätte, aber noch nie waren sie mir so nah oder so in mein Blickfeld gekommen.

Seit diesem Jahr drängt sich mir der Satz immer wieder auf “Gottlob, kein Krieg.”. So einfach, so wahr... für viele leider nur ein Wunsch, ein Verheißung. Heute wie vor zweitausend Jahren.

Und ein Grund für mich mit diesem Post die Blogparade #darumfrieden des Weltfriedensdienstes zu unterstützen (entdeckt bei der wundervollen Astrid @LemondedeKitchi).

שלום, سلام، und einen friedvollen Dezember, Maren

Kommentare:

  1. Ich muss in diesem Zusammenhang oft an euch denken, inwieweit ihr betroffen seid von diesem labilen Gleichgewicht in der ganzen Region. Und dann denke ich, wie du deine Kinder aufziehst, wie ihr in der Familie miteinander lebt. Und das ist, was ich allen Menschen so wünsche ( andere Sorgen hat man schon genug ). Weil ich überzeugt bin, dass Menschenleben so zu sein hat und sein könnte.
    Übrigens schreib dem Weltfriedensdienst eine Mail mit dem Link zu deinem Post. So weit ich informiert bin, arbeiten sie noch an einer entsprechenden Seite...
    oeffentlichkeitsarbeit@weltfriedensdienst.de

    Danke für das schöne Attribut! Hat mich irgendwie aufgebaut heute....
    Eine gute, friedliche Nacht für euch!
    Astrid

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  2. wie oft habe ich in letzter zeit auch darüber nachgedacht, wie gut es uns hier in deutschland doch geht - ich musste noch keinen krieg erleben und hoffe, dass auch meine tochter davon verschont bleibt. für euch - mittendrin bzw am rande so vieler auseinandersetzungen muss das ein tägliches thema sein. ich wünsche euch so sehr, dass der satz deiner großtante sich erfüllen möge. gottlob, kein krieg!! er wird mir jetzt auch immer im ohr sein.
    danke für deinen beitrag, liebe maren!
    liebe grüße von mano

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  3. Seit ich vor mehr als 20 Jahren Israel besuchte und einige Orte kennengelernt habe, bin ich noch mehr betroffen, wenn ich von gewalttätigen Auseinandersetzungen dort höre. Gottlob, kein Krieg. Der Stoßseufzer deiner Großtante drückt irgendwie alles aus, was uns heute wichtig sein muss, und viel wichtiger, als wir in unserem so gewohntem Alltag im Frieden an uns heranlassen wollen. Herzlich danke für deinen Post und liebe Grüße Ghislana

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