7. Januar 2019

Adventspost 2018 - aber mal ehrlich


Meine Karte (ich habe leider vergessen ein Photo von all meinen Karten zu machen)


Meine Adventspost 2018 war eine etwas holprige Postkunstaktion und ich war mir nicht immer sicher, ob sie mir so gefallen hat, oder gefällt, denn noch ist sie für mich nicht ganz zu Ende.

Erste Versuche am Küchentisch

Aber der Reihe nach. Die Anmeldung war diesmal schnell und leicht entschieden. Das Thema Markmaking, das Format Postkarte und auch das Zeitfenster, all das gefiel mir. Und genauso schnell habe ich begonnen Techniken auszuprobieren: rollen, kratzen, drucken, stempeln oder punkten; Blauschwarz, Rotschwarz, kaltes Weiss, Eierschalfarben. Mal alleine, mal mit den Kindern.

Punkten und Kreisen


Und irgendwann kamen die Listen und gleichzeitig auch eine genaue Idee für die Postkarte. Die Friedenstauben-Vorlage, die mir Ghislana zugeschickt hatte (nach einer Idee von Lisa) sowie die Taube, die von Sigrid entsandt, bei mir am Fester hängt, inspirierten mich zu dem weihnachtlichen Motiv "...Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen..." Taube mit dem Olivenbaumzweig. Obwohl es nicht so durchdacht war, im Nachhinein betrachtet, solche Post aus dem Ursprungsland der Weihnachtsgeschichte, tiefsinniger konnte meine Post wohl nicht werden.

Kratzen


Ich war damit so rechtzeitig fertig, dass berechtigte Hoffnung bestand, dass meine Postkarten pünktlich, vielleicht nicht genau am Stichtag, aber doch zeitnah, eintreffen konnten. Und auch so zeitig, dass mein kreativer Prozess ziemlich unbeeinflusst blieb durch das Auftauchen anderer Werke auf Instagram.
Und damit sind wir bei den Rädchen im Prozess, die klemmten, ruckelten und mich aus dem Tritt brachten.

Drucke 

Die Post ist ja nun immer eine reiche Quelle der Unzufriedenheit, egal ob die private deutsche oder die staatliche israelische, vielleicht besonders in der Advents- und Weihnachtszeit. Ich bin seit 10 Jahren daran gewöhnt, dass meine Post Monate braucht, Umwege durch ganz Israel nimmt, gestempelte Warnungen wegen verdächtiger Inhalte trägt oder lädiert ist, manchmal, manchmal aber auch nicht. Meistens stört es mich nicht, ich freue mich, wenn sie dann eintrifft (so wie heute die selbstgebackenen Weihnachtsprinten, die ja auch Anfang Januar noch schmecken). Aber, wenn ich gleichzeitig über Instagram all die schönen Karten sehe, die Adventskalendergleich Tag für Tag in andere Briefkästen flattern... ein kleiner Wermutstropfen fiel in meine Postkunstfreude.

Seitenweise Ergebnisse


Ab dem Stichtag meiner eigenen Karte wurde aus dem Tropfen dann ein trüber Teich, weil seltsamerweise drei Karten (eine in der Schweiz, eine in Österreich und eine in Deutschland) pünktlich, die anderen aber gar nicht ankommen wollten. Auch die lieb gemeinten Beteuerungen, dass es verständlich und gar nicht schlimm wäre wenn meine Karte verspätet oder gar gar nicht ankäme (wirklich lieben Dank dafür) ließen den Teich nicht kleiner werden... "Der Vergleich ist der Dieb der Freude." E. Roosevelt wie wahr.

Schriftproben


Nun, wo meine Karten ihr Empfängerinnen erreicht haben und ich immerhin 16 Karten mein eigenen nennen kann, bin ich geneigt zu sagen, alles halb so schlimm, warum nörgeln, das Ergebnis zählt. Aber dies Adventspost 2018 hat mir doch deutlich gezeigt, dass Instagram, neben all der Freude und Inspiration auch Unzufriedenheit erzeugen kann. Ich weiss, diese Kritik an "Social Media" ist nichts neues, aber für mich persönlich doch eine neue Erfahrung.

Kleben (ordentlich viel Kleber, damits den Flug übersteht)

Ich weiss nicht, ob dieser Erkenntnis nun auch ein Lernen folgt, mag ich doch Instagram viel zu gerne um mich dem ganz zu entziehen, aber ich versuche, nein ich freue mich nun ganz gelassen und "guter Hoffnung" auf die noch ausstehenden Karten.

Da hängen die ersten.

Ausserdem muss ich meine Postsituation eigentlich mit einem Schmunzeln betrachten, ist sie doch derart anachronistisch, dass es schon wieder was komisches hat. Wir haben ja keinen Briefkasten, also kein Haus in Rahat hat einen Briefkasten und auch keine Strasse in Rahat hat einen Postkasten, also in ganz Israel gibt es keine Postkästen (ausser an Postfilialen oder Postfachstationen). Mein Post erhalte ich in ein Postfach, das aber nicht nur meine Post, sondern die Post der gesamten Familie erhält. Und gesamte Familie meint die beiden Grosseltern, 6 Elternpaar und gut zwei dutzende Kinder. Da kann ich wohl von Glück reden, dass abgesehen von meiner, das Postfach eigentlich nur Werbung, Rechnungen oder amtliche Mitteilungen enthält. Aber dieser Umstand führt, neben der Entfernung, dazu, dass das Postfach meist nur einmal die Woche geleert wird.
Verzögert sich der Empfang der Post also regelmässig, geht das Entsenden um so schneller. Da, Ausnahmen bestätigen die Regel, nur die Ausländerinnen in Rahat private Post verschicken, kann es passieren, dass extra der Filialleiter gerufen wird, um die bunten Briefe entgegenzunehmen und korrekt zu frankieren.

Auch die Natur übt sich in Schwarz-Weiss.


Dieser Text ist nun etwas länger als üblich geworden, aber vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen, was "Post" für mich hier so bedeutet. Ich hoffe für Euch überwiegt auch die Freude bei diesem Thema. Ich danke Michaela und Tabea für die Organisation und und allen anderen (besonders der Gruppe 1) für die Ausführung der Adventspostaktion 2018 und wünsche Euch wieder

שלום, سلام، und macht’s gut, Maren

Kommentare:

  1. Vielen lieben Dank für diese interessanten Informationen und ich hoffe ganz feste, dass du dich davon nicht entmutigen lässt. Ich bin so stolz auf meine erste Post aus Israel und wäre supergerne mal wieder in deiner Gruppe.
    Mögen die anderen Karten noch kommen.
    Ganz lieben Gruß Sandra

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  2. Ja, mehr davon!!!! Alltagsgeschichten eben! Dass Post bei uns eine andere Rolle spielt als in der Levante - darüber hab ich mir so gar keine Gedanken gemacht. Und das ist ja nur eine Kleinigkeit...
    Gute Nacht!
    Astrid

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  3. Liebe Maren,
    mit Interesse habe ich hier gelesen. Wünsche dir, dass die restlichen Postkarten noch bei dir ankommen und deine Freude an der Adventspost mit jeder Karte mehr zunimmt. Ein Markmakingkarte mit einer Friedenstaube aus Israel - wie schön! Wurde sie beim Postkunstwerk schon gezeigt?
    Wünsche dir alles Gute für 2019 und grüße herzlich
    Ingrid

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  4. Das ist ja spannend und aufregend. Da denkt man kaum drüber nach, vor allem,w enn man sich hier mal wieder über die Post aufregt ;) Ich drüce dir die Daumen, dass noch alles überall gut ankommt. Und mir drück ich die Daumen, dass ich irgendwann auch mal Post aus Israel bekomme. Und dann denke ich wieder an deine Geschichte über die Post bei euch.
    Liebe Grüße und ein spannendes, schönes neues Jahr wünsche ich dir,
    dörte
    PS: die schon lange leise bei dir mitliest und sich gerne faszinieren läßt

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    1. Liebe Dörte, vielen lieben Dank und wenn Du mir Deine Adresse per Email schicken magst, kann ich Dir "ganz schnelle" Post aus Israel versprechen. Dir auch ein schönes neues Jahr Maren

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